Kontrollmensch?

Heute war es soweit. Keine Ausreden wegen des Wetters. Nichts, was ich vorschieben hätte können. Und die letzte Chance, für den letzten langen Lauf vor meinem Halbmarathon!
Ich bin losgelaufen und hatte KEINE Lust. Mit Widerwillen loslaufen ist schon ziemlich mistig. Den eigenen Schweinehund währendes Laufens zu bezwingen ist ja das eine, aber den kleinen Bruder schweinehund VOR dem Laufen ist ne Qual….
Wie dem auch sei. Ich bin los!
Es lief eigentlich auch ganz gut. Ich hab mir 18km vorgenommen. Außerdem wollt ich nicht dauernd auf die Laufuhr schauen. Stimmt die Pace noch? Wie lange bin ich schon unterwegs? Wieviel km hab sich schon hintermich gebracht?
Dabei ist mir aufgefallen, dass ich immer versuche alles zu kontrollieren. Meilesteine setzte. Zeiten vergleiche. Mich dadurch auch unter Druck setze und das Wesentliche aus den Augen verliere: das Laufen an sich!
Es geht nicht ausschließlich um die Zeit. Es geht darum an die Luft zu kommen und sich zu bewegen. Den Kopf abzuschalten. Das ist für mich in erster Linie wichtiger, als die Zeit, in der ich die Strecke hinter mich bringe.
Ich konnte heute feststellen, dass ich ganz gut damit zurecht komme NICHT so oft auf die Laufuhr zu schauen um mich zu kontrollieren. Das erste Mal hab ich bei km 12 geguckt. Und war mit dem, was ich gesehen habe zufrieden. Es hätte aber auch gelangt, wenn ich erst ganz am Ende mir die nackten Zahlen meines Laufs angeschaut hätte (18km, 5:41 pace).
Das nächste Mal Werde ich wieder versuchen mich nicht selbst zu geißeln und erst recht spät das Zahlenwerk in meinen Lauf einbeziehen…

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